Unsere technischen Probleme mit der F800GS

Beitrag vom Tourguide: Nachdem wir von der Ruta 40 auf die geschotterte, frühere Hauptroute Ruta Provincial 29 abgebogen waren sagte mir Angelika, daß die ABS Leuchte brennt. Nun, kann ja mal vorkommen – nichts bei gedacht: mach mal aus und wieder an…. Nur das wieder anlassen funktionierte nicht – die Batterie war so gut wie leer. Wir haben dann beide Mopeds nebeneinander gestellt, alles aufgeschraubt und überbrückt – das ganze bei 80 – 90 km/h Seitenwind. Nach einer halben Stunde ging es dann weiter (behindert haben wir Niemanden – da Niemand vorbei kam). Nach weiteren 20 km kamen wir dann bei der Estancia La Angostura mit Zimmervermietung an, unsere Rettung (nach nochmaliger Starthilfe kurz hinter dem Gatter zur Farm, fuhr das Kalb dann noch bis zum Haupthaus mit Rezeption und ging wieder aus. Somit Batterie ausgebaut und geladen – morgens wieder kein Strom (da kommt erst einmal ein Plattenschluss der Batterie in Frage). Wir riefen über das Satellitentelefon der Gastgeber den AvD an – der zuständige Mitarbeiter sagte uns jedoch keine Pannenhilfe zu (nach unseren Unterlagen steht die uns weltweit zu !!!) – in Argentinien müßten wir das schon selbst organisieren. Unsere Vermieterin bemühte sich sehr um uns und teilte uns mit, daß  von MotoAventura aus Chile nach weiteren 2 Tagen eine Gruppe mit Mechaniker und Ersatzteilen ankommen soll. So vergingen unser Tage im Nirgendwo und endlich eine neue Batterie…. Das Diagnosegerät fand keinen neuen Fehler!

Das Kalb fuhr gut los, nach ca. 3 Stunden kam von Angelika wieder die Meldung mit dem ABS-Lämpchen und kurz danach die Ansage, dass alle Cockpitanzeigen ausgefallen sind. Auf einem der grauenvollsten Stücke der Ruta 40 ging dann der Motor einfach aus – somit lag es doch nicht (nur) an der Batterie. Nachdem ich mit unserem Diagnosegerät das Steuergerät nicht einmal mehr ansprechen konnte habe ich mittels Überbrückung das Kalb eine Viertelstunde lang geladen – und es kam wieder Leben in die Elektrik.

Nachdem wir das Frontlicht lahmgelegt und das Kalb mittels Starthilfe in Gang gebracht hatten, durfte Angelika die nächsten 50 km nicht mehr anhalten. Bei der Tankpause sprang das Kalb dann wieder mit dem E-Starter an und wir erreichten El Calafate nach 330 km von der Estancia. Hier gibt es eine Motorradwerkstatt, der Inhaber wird el Mono genannt (der Affe), kümmerte sich aber rührend um das Kalb, maß die Ladespannung (bei fast leerer Batterie unter 13 V) und diagnostizierte einen Stratorschaden (Lima). Das passt dann auch zu unseren Beobachtungen, dass da noch etwas lädt, aber nicht genug bei mehreren Verbrauchern….

Heute bekamen wir dann den Preis für die Lima in Chile (in Argentinien ist eine Reparatur nicht möglich): ca. 2800 USD. Somit blieb mir nichts anderes übrig als mal ins Netz zu schauen: der Strator kostet in Deutschland unter 200 EUR – und geht bei den Modellen von vor 2012 alle 40-60 tkm kaputt, danach wurde die Lima geändert 😦 …… Somit werden wir die Südrunde nun abkürzen und nur bis zum südlichsten Fastlandspunkt Amerikas bei Punto Arenas fahren, bevor wir die Biege nach Norden entlang der Atlantikküste machen. Bei Bariloche werden wir wieder nach Chile zurück fahren und das Kalb dann vorzeitig in Valparaiso abgeben und vermutlich den Norden in die Atacama mit einem Mopped machen.

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