Coast to Coast – vom Pazifik zum Atlantik

Puerto Natales erreichen wir im Regen, die ganze Strecke von El Calafate über die Tankstelle La Esperanza (ist das die Hoffnung auf Benzin?) bis kurz vor die Grenze bläst der Wind, pünktlich zum Grenzübergang fängt es an zu regnen. Dazu spielt uns das Garmin noch einen kleinen Streich und wählt von den beiden fast nebeneinander liegenden Grenzübergängen natürlich denjenigen, der keinen Asphalt hat. Im Regen haben wir nun wenig Lust auf großes Sightseeing – wir finden am Hauptplatz eine kleine Pizzeria mit 2 langen Tischen und leckerem Essen sowie Bier aus einer „Microbrauerei“ (am Haus hängt dann noch ein Schild des schweizerischen Honorarkonsulars).

Morgens ist es wieder gutes Wetter (besser als vorhergesagt – deswegen hatten wir nur eine Nacht vorgesehen und den Nationalpark Torres del Paine schweren Herzens  nicht besucht). Nun sind wir auf dem Weg nach Punta Arenas (250 km), nur in Villa Tehuelches (150 Einwohner) müssen wir einmal kurz bremsen und trinken einen Kaffee.

Punta Arenas (separater Beitrag folgt) soll die schönste Patagonische Stadt sein – wir finden ein sehr neues (und etwas teureres) Hostal, in dem wir uns für 3 Nächte einquartieren. Aber erst mal wollen wir die Straße 9 in Chile bis zum Ende fahren – der Asphalt endet und dann geht es noch 20 km durch den Staub, bevor es die letzten Kilometer (5…10) bis zum südlichsten Punkt Kontinentalamerikas nur noch zu Fuß weiter zu erkunden ist (das erscheint uns aber vor dem Hintergrund, daß wir schon 70 km südlich von Punta Arenas sind und es auf 17 Uhr zugeht, doch etwas zu weit….

Wir verbringen einen Tag mit viel Telefoniererei um die Lichtmascheine für das Kalb nach Chile senden zu lassen – der AvD war nun nach Rüdigers Worten etwas hilfsbereiter, behauptet dann aber plötzlich, daß unsere Reise, da die länger als 6 Wochen dauert, keine Reise sondern ein Auslandsaufenthalt wäre (anhand der veröffentlichten Unterlagen kann ich das nicht nachvollziehen). Nebenher schauen wir uns noch Punta Arenas an und im Verhältnis zu anderen chilenischen Städten ist die Stadt nicht häßlich (aber im Verhältnis zu vielen europäischen Städten nicht besonders sehenswert). Ohne Pinguine zu sehen wollen wir auch nicht fort – kurzentschlossen machen wir einen organisierten Ausflug nach Feuerland zu einer kleinen Kolonie von ca. 70-80 Königspinguinen (alternativ hätten wir auch die kleineren Magellan Pinguine, von denen ca. 200000 / in Worten: zweihunderttausend / auf den Magdalena-Inseln leben, besuchen können). Die Tour dauert einen ganzen Tag und stellt sich nachher als Busfahrt über ca. 400 km dar, wir kommen auf dieser Fahrt bis auf gut 300 km an Ushuaia heran.

Selk´nam, die Ureinwohner Feuerlands:

Feuerland, am Ende der Welt:

Köpi:

Da Angelikas Mopped recht konstant läuft wird es jetzt Zeit für uns nach Norden zu fahren: erste Etappe soll bis Rio Gallegos gehen (260 km mit einem Grenzübergang). Die sind schnell heruntergespult, es wird Richtung Atlantik deutlich wärmer, aber: vor dem Hotel springt Angelikas Mopped nicht mehr an.  Unser neu erstandenes Ladegerät zeigte eine Kapazität von unter 20% an – also laden und nächsten Tag weiter.

Es sollte gute 350 km nach Norden gehen – knapp die Hälfte der Strecke bis in die nächste Stadt Commodore Rivadera. Aber es kommt mal wieder anders – das Kalb hat vorne einen Platten und am Reifen ist nichts zu erkennen. Somit erst einmal aufgepumpt und los – keine besonderen Vorkommnisse bis …. Nach ca. 50 km fällt der Druck langsam ab. Nach 90 km müssen wir nachpumpen und bei 240 km nochmal, sowie die Batterie per Überbrückung  15 Minuten schnellladen. Wir stranden bei einer (der ersten (!!) seit Rio Gallegos) Tankstelle an der Hauptroute Ruta 3. So jedenfalls kommen wir nicht die nächsten 2000 km nach Osorno zur Lichtmaschine. Wir sichern uns erst einmal eines der Motelzimmer (bevor wir sehen, daß es ein deutlich ruhigeres Hotel abseits auf der anderen Seite der Straße gibt) und suchen einen Abschleppunternehmer, der uns zurück an die chilenische Grenze bringt. Unsere Pannenhilfe vom AvD haben wir per App benachrichtigt – nach einer Stunde mal nachgefragt und gehört, daß da keine Pannenmeldung angekommen sei. Mit den Koordinaten aus deren eigener App konnten die auch nichts anfangen und Angelika telefoniert fast eine halbe Stunde mit der Notrufzentrale um hinterher zu hören, daß man in Argentinien keine Pannenhilfe anbietet (im Vertrag steht weltweit wird es vom AvD organisiert (!!)).

Zum Abenteuer 500 km im Abschleppwagen durch die Prärie / Pampa folgt ein neuer Bericht….

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